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4. Juli 2015

Anstößige Zeiten

Die Geldmaschine PROFITFUSSBALL soll demnächst schneller werkeln und noch mehr Profit abwerfen. Die englische Liga hat den Milliarden-Maßstab gesetzt, jetzt will die verarmte DFL spätestens in zwei Jahren nachziehen. Mit zusätzlichen Anstoßzeiten: geplant sind fünf Partien am Montagabend (20.15 Uhr), fünf Spiele am Sonntagmittag (13.30 Uhr).

Abgesehen davon, dass damit Spiele der zweiten, dritten, vierten ... Ligen weiter in die Belanglosigkeit getreten werden: es deutet erneut darauf hin, dass die alte Doktrin von Brot & Spiele als Antidotum wirken soll gegen Abhörskandale, Grexit und Solidarität, Flüchtlingsprobleme, Umweltzerstörung, neue Armut, um nur die drängendsten Existenzsorgen zu nennen.

Das ist keine neue Erkenntnis, zugegeben, und auch nicht besonders originell, das festzustellen. Eine Veränderung im Verhalten von uns kapitalen Konsumentenmenschen ist nicht in Sicht. Wozu also das Lamentieren?

Für den Funken Hoffnung: dass doch wieder andere Lebensinhalte gewichtiger werden als nur ein Eins-Null.

9. Dezember 2012

Ein Monitor für den vierten!

Dortmund gegen Wolfsburg 2:3 - - und mit Verlaub, diesmal hat der Schiri das Spiel entschieden. Siehe anschließendes Bedauern, Entschuldigen etc. seitens des Herrn Unparteiischen.

Mag ja sein, dass er nicht richtig gesehen hat, sehen konnte, ob Schmelzer auf der Dortmunder Linie die Hand im Spiel hatte oder nicht. Siehe auch sein zögernder Pfiff. Aber bei einer solchen Entscheidung mit solcher Tragweite - Platzverweis, Strafstoß, der Spieler möglicherweise für x Spiele gesperrt, seine Spieler-Vita nun mit einer Roten Karte (mehr) bestückt - muss es möglich sein, sich rückzuversichern.

Und das wäre es ja auch: Stellt dem vierten Schiedsrichter doch einfach einen Monitor hin!

Es gibt genügend Videobilder, die in kürzester Zeit konsultiert werden können, das würde keine Verzögerung mit sich bringen. Die Zeit, die auf dem Spielfeld um den umstrittenen Pfiff diskutiert, gehadert, gezürnt usw. wird, ist womöglich länger als das Betrachten einer Spielszene.

Das heißt auch nicht: generelle Einführung des Videobeweises. Nicht in jedem Profispiel gibt es derartige Situationen. Aber man sollte seitens der DFL die Men-in-Black auch auf diese Art schützen und unterstützen. Der Aufwand wäre gering, der Nutzen erheblich.