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17. November 2020

Corona gg. Team Mensch 6:1

Dieses Virus ist wie ein Match gegen den FC Bayern:

In der ersten Minute gehen die Bayern 0:1 in Führung, machen ständig Druck, egal, ob man sich im gegnerischen Team ganz zurückzieht oder versucht, über die Mittellinie zu kommen;

dann freut man sich schon, dass zur Pause kein größerer Schaden entstanden ist, und freut sich in der zweiten Hälfte unbändig, dass man, unter Aufbietung aller Kräfte, mit Disziplin und Härte gegen sich selbst, den Ausgleich erzielen konnte;

bevor dann die Bayern sofort noch drei Tore nachlegen und zwei als Dreingabe in der Nachspielzeit, weil einfach Kräfte und Disziplin nicht mehr gereicht haben.

So kann man nicht gewinnen.

22. September 2015

VW frisiert sich die Wagen schön. Die Liga auch?

Erst Millionen Diesel in den USA, nun viele viele Millionen Autos weltweit: manipuliert hat VW die Abgaswerte, um möglichst clean dazustehen und möglichst kräftig Kasse zu machen. Hat jahrelang geklappt.

Aus der prallen Kasse konnte man so auch prall den Profitfußball finanzieren - angefangen beim VfL Wolfsburg (da steckt das V und das W ja schon fertig im Namen) über den FC Bayern bis zum FC Ingolstadt. Bei dem nicht aufgehört: insgesamt 16 Klubs in den beiden höchsten deutschen Ligen hängen mit dem VW-Konzern zusammen. Und der DFB-Pokal wird mitfinanziert. Gewissermaßen das ideale VW-Pokalendspiel gab's ja letzte Saison.

Nun könnte man angesichts der jetzt bekannt gewordenen Manipulationen - die Spitze eines Eisbergs, so ist zu vermuten, auf dem aber auch noch andere Automobilhersteller schwimmen könnten - ein mulmiges Gefühl für die erste und zweite Liga bekommen. Das haben viele Fans bereits, spätestens seit dieser Ein-Sechstel-VW-Vereinsbundesligasaison. Vielleicht kam diese Enthüllung aber gerade rechtzeitig. Damit VW nicht auf die Idee käme, sich die Liga schönzufrisieren.

4. Februar 2014

Maschinenfußball

Die seien fast wie Maschinen, sagte Mittelfeldspieler Alexander Meier über diese Bayern. „Die verlieren keinen Ball." - So der Mittelfeldspieler der Frankfurter Eintracht nach jener 0:5-Demütigung letzten Sonntag in der Frankfurter Rundschau. Ich frage mich: nur "fast"?

Längst spricht man den Bayern absolute Perfektion am Ball zu; die Siegesserie in der ersten Liga und die gewonnenen Trophäen der letzten Saison sprechen für sich. Sie gelten mittlerweile als eine der besten, wenn nicht DIE beste Mannschaft der Welt. Die seit Monaten gezeigte Überlegenheit der Bayern sei „bitter für die Bundesliga insgesamt“, meint denn auch Heribert Bruchhagen, der Vorstandschef der Frankfurter in der FNP.

Es ist nicht nur bitter, es könnte auch das Ende des Fußballs, wie wir ihn bisher kannten, sein. Wenn es dem FC Bayern gelingt, diese Qualitätsstufe zu halten, und der Kader und ein ewig unzufriedener Herr Sammer garantieren dies, haben wir zumindest einen Verein, dessen Unerreichbarkeit
nur noch Erfolgsjunkies ergötzt. Denn Perfektion nutzt sich ab, wird langweilig, Maschinenfußball interessiert nicht - wird quasi zum Fußballkunstwerk im Zeitalter seiner eigenen technischen Reproduziertheit.

 Sollte es dazu kommen, dass andere Teams auch diesem Maschinenfußballvorbild nacheifern, gar nachfolgen, wird das Interesse an der Liga, so wie sie zur Zeit organisiert ist, kippen. Und sich vielleicht der zweiten oder dritten oder vierten vermehrt zuwenden: dort wird noch Fußball auf der Grasnarbe gespielt.

5. Januar 2014

Die Causa Lewandowski

Nun also doch. Robert Lewandowski unterschreibt einen Vertrag beim FC Bayern München und will dort bis 2019 selbigen erfüllen. So zumindest die Absichtserklärung. Nach langem Hin und Her und Ja-Vielleicht-Abernein-Möglicherweise seitens Spieler, Berater und Verein kauft der Liga-Krösus den zweiten wichtigen Spieler einem direkten Konkurrenten aus dem Kader weg.

Wer schon immer gemutmaßt hat, dass hinter diesem bayerischen Geschäftsgebaren Methode steckt, muss sich erneut bestätigt fühlen. Man mag dem entgegenhalten - that's the name of the game, so läuft nun mal das Geschäft, besonders in einem "heiß umkämpften Markt", um wirtschaftsneoliberal zu formulieren. Der Gedanke von Fußball als dem Gentlemen's Game hat ja spätestens seit Einführung der Profi-Ligen seine Gültigkeit verloren.

DIE Bayern mal wieder auf Beutezug also - und sag mir keiner, sie tun das aus schierer Personalnot. Die Frage ist eher: Wer ist als nächster dran, vielleicht Stefan Kießling? Damit könnte man Leverkusen schwächen. Vielleicht ja auch ein CL-Spieler, nachdem man diesen Markt ja auch ständig im Auge behalten muss?

Vielleicht wäre es gar nicht so dumm, diesen Gedanken einer eigenständigen, landesmeisterschaftsunabhängigen Champions League weiter zu verfolgen. Dann bräuchte man auf die heimischen Konkurrenten kein Blick und kein Geld mehr verschwenden. Aufziehen könnte man das wie in den USA,  als eigenständiges Unternehmen, es gäbe nur nach Insolvenzen Abstiege, um den oder die freien Plätze könnten lukrative Ausscheidungsspiele ausgetragen werden... Und die nationalen Teams könnten endlich wieder in Ruhe die nationalen Meisterschaften unter sich ausspielen.

20. September 2013

Ereignisschatteninszenierung

Schalke gegen Bayern. Das gab's nicht nur einmal, das kommt immer wieder. Also muss was her, was die Partie "attraktiv", nein "besonders attraktiv" macht. Nun treffen dieses Mal zwei Brüder aufeinander, die beiden Boatengs. Wenn das nicht eine Möglichkeit ist, das Spiel vorher schon etwas aufzupeppen!

Prompt heißt es: „Am Samstag werden wir für 90 Minuten keine Brüder sein“ vom einen, und wäre doch gelacht, wenn man aus dem andern nicht einen kernigen Spruch dagegen herauskitzeln könnte: „Ich versuche es ohne Umhauen. Aber wenn es nicht anders geht, mache ich es“. 

Ja, Fußball kann brutal sein - besonders, wenn ihn bestimmte Medien dazu machen. Egal, ob nun inspiriert von ähnlichen verbalen Scharmützeln vor Boxkämpfen: braucht's das denn wirklich? Oder anders gefragt: Ist das nicht alles ein bisschen arg durchschaubar?

Und letzte Frage: Können wir uns nicht einfach auf ein spannendes Spiel freuen, ohne Spekulation darüber, welche Mannschaft als erste einen vom Platz gestellt bekommt?

7. Juli 2013

Die bösen Marios

Oh - oh - oh: die bösen Marios! Götze und Gomez (und Kirchhoff) haben sich doch tatsächlich hingestellt und die Logos von Nike in die Objektive gereckt. Und eben nicht die von adidas. Das hat die adidas'ler zum Schäumen gebracht, sie haben sich umgehend beim Sammer und beim Rummenigge beschwert, weil Ausrüstervertrag, und zack! hat Der Verein ihnen fünfstellige (munkelt es) Geldstrafen aufgebrummt. "Vertragsstrafen", weil sie nicht den Vereinssponsor, sondern den Privatsponsor bedient haben.

Oh weh, die Welt hat Probleme! Und der FC Bayern auch. Gewaltige Probleme. Nicht, dass die bösen Marios irgendein politisches Statement abgegeben hätten; nicht, dass sie eine vereinskritische Aussage getätigt hätten. Nein, sie haben das falsche Industrieunternehmen präferiert. Das ist viel schlimmer. Denn es steht ja zu befürchten, dass Hunderttausende am Montag sofort, weil sie die Marios so mögen, in die Nike-Stores rennen und Nike-Sportsachen kaufen.

Wobei das ja nur die Spitze des berüchtigten Eisbergs ist. Was ist mit den Unterhosen der Herren? Von adidas oder von Nike? Die Rasiercreme - von adidas oder von Nike? Die Kondome - von wem eigentlich und überhaupt?

Ich weiß, ich weiß, die Herren bekommen irrwitzig viel Kohle für das. Aber absurd ist es dennoch - wie das gesamte Profi-Fußballgeschäft langsam.

13. August 2012

Umfrage zur Jubiläumssaison

Und wieder eine neue Umfrage auf der PASS-Homepage! Klicken Sie rein, stimmen Sie ab:

PASSumfrage

Vielleicht kommen Sie auf andere Liga-Gedanken... was Sie uns unbedingt mitteilen sollten!

20. Mai 2012

Quo vadis, FC Bayern?

Am morgigen Montag, 21. Mai, bespricht Redakteur Claus Melchior die Ereignisse um CL-Finale und Pokalendspiel und wird dabei wohl auch obige Frage streifen. Das von 20 bis 21 Uhr auf www.substanz-fm.de

Zum FC Bayern würden wir auch gerne Ihre Meinung wissen - dazu klicken Sie auf die neueste Umfrage unter www.dertoedlichepass.de/umfrage.html

16. April 2012

Trolli-Piraten

Fürth also. Nachdem letztes Jahr ein unscheinbares Team aus einer unscheinbaren Stadt zwischen München und Stuttgart den Aufstieg in die Erste Liga geschafft hat, nunmehr der zweite Verein aus Bayern, der die Zweite Liga hinter sich lässt.

Vielleicht ist ja der Aufstieg der Fürther vergleichbar dem Aufstieg der Piraten in die erste politische Liga - zugegeben, der Verglich hinkt, ist doch das Programm der SpVgg wesentlich schärfer fokussiert. Aber vom Flair her - - die Unbekümmerten, die Unverbrauchten kommen. Und beleben die alte Weisheit wieder, die da lautet: variatio delectat.

Wenn am Ende denn tatsächlich und -kräftig noch der SC Paderborn den Sprung schaffen sollte, könnte man von Zeichen und Wundern sprechen.

Mal ganz abgesehen davon, dass - vorausgesetzt, die Augsburger halten sich da oben - dann vier Vereine von 18 aus Bayern kommen (und der fünfte, welcher der zweite aus München ist, sich gerade anschickt, nach Höherem zu streben): das wird mit Sicherheit Tafelwasser auf die Mühlen der CSU sein. Auch wenn die Vergleiche hinken.

31. März 2012

ZIELGERADE

Nein, das ist kein verkappter Imperativ für Biathleten... wir machen einfach mal auf kicker und umfragen Ihnen:
Die Saison geht auf die Zielgerade. Der BVB behauptet die Spitze - noch, denn der FC Bayern lauert. Wer reckt am Ende die Salatschüssel in den Himmel?

Stimmen Sie ab unter www.dertoedlichepass.de/umfrage.html !

1. Januar 2012

Was bringt Zwanzig-Zwölf?

Auf jeden Fall schon mal einen Nachfolger für Herrn Zwanziger. laut unserer letzten Umfrage glaubten die meisten TeilnehmerInnen den Herrn Niersbach so gut wie installiert - vor Rudi Völler und Franz Beckenbauer...

Zum neuen Heft No. 63 und zum neuen Jahr gibt es natürlich auch eine neue Umfrage: auf www.dertoedlichepass.de mal reinklicken und mitstimmen. Das Ergebnis ist völlig offen...

Was auch immer 2012 bringen mag: freuen wir uns auf eine interessante EM! Das ist doch schon mal was.

20. November 2011

Verfassungsschützer Rummenigge

Dass die Bayern-Präses sich schon immer für den Nabel der deutschen Fußballwelt gehalten haben, ist nichts Neues. Insofern gehört die gehörige Portion Arroganz, die immer mal wieder aus Verlautbarungen heraustropft, wie das Klappern zum Geschäft. So kann man auch die Äußerungen des Vorstandsvorsitzenden verstehen, der sich stetig um seinen Verein müht und dessen gute Verfassung schützen will:

"Götze ist trotz seiner erst 19 Jahre ein großartiger Spieler: Dass wir solche Spieler beobachten, ist klar", hat er jetzt der "Welt am Sonntag" gesagt.


Es stößt halt nur dem Rest der deutschen Fußballwelt sauer auf, wenn dieses Verfassungsschutzspielchen so penetrant und permanent gespielt wird - wo doch der Hintergrund einfach der ist: diese Spieler von konkurrierenden Vereinen zunächst einmal zu verunsichern, vielleicht gar aus dem Tritt zu bringen.


Bleibt zu hoffen, dass sie daran wachsen - und dem "Ruf der Wildnis" nach dem großen Goldschatz widerstehen. Auch solchermaßen ließe sich Großartigkeit zeigen.