14. Juli 2017

"Die neuen Produkte sind da!"


… so schreit mich heute früh um 9:06 Uhr die Presse-Mail des Industriekonzerns FCBayernMünchen aus der vormittäglichen Geruhsamkeit. Und ohne auf die zum Teil missverständlich klingenden Angebote in dieser Mail („Bomberjacke“ für 79.90 €) näher einzugehen , kann ich die neuen Produkte als Marktkenner sofort nennen:

James Rodriguez
Serge Gnabry
Niklas Süle
und Sebastian Rudy.

Wobei an einem Produkt noch extern gearbeitet werden muss, deshalb liefert man es erst einmal in die hoffenheimliche Zulieferfirma.

Vielleicht aber wird die FC Bayern München AG, mitbestimmt zu je 8,33 % von den Industriekonzernen Adidas AG, Allianz SE und Audi AG, bald ein weiteres Produkt an den Fan bringen. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge lässt sich allerdings nicht in die Produktionspläne schauen und will, ganz der gelassene Geschäftsmann, der er ist, „…in aller Ruhe abwarten und den Markt beobachten.“

Bis Ende August darf ja noch gefeilscht werden.

22. Juni 2017

2 x 30 Min netto - wem nutzt dieser Vorschlag?

Sommerpause, Sommerloch - da kann man sich mal in einem netten Hotel treffen, verwöhnen lassen und über neue Regeln nachdenken.

Soeben geschehen: das International Football Association Board (IFAB) hat ein Strategiepapier zusammengeschrieben, mit einigen revolutionär anmutenden Vorschlägen.

Unter anderem: Einführung der Nettospielzeit (siehe Basketball, Handball, ...) mit jeweils 30 Minuten je Spielhälfte.

Im Durchschnitt - das hat der kicker errechnen lassen - beträgt die Zeit, in der der Ball im Spiel ist, in der Bundesliga 56 Minuten und fünf Sekunden. Mit 60 Minuten läge man damit um vielleicht entscheidende 3'55'' drüber.

ABER: Wie bei so vielen FIFA-affinen Vorschlägen für das heutige "Entertainment- und Wirtschaftssegment Fußball" muss man sich fragen, wem das nutzen soll oder könnte.

Mal abgesehen davon, dass bei exakter Nettozeitmessung neue Probleme auftreten werden (z.B. muss der Schiedsrichter sekundengenau abpfeifen, unter Umständen, wenn der Ball sich noch auf der Torlinie, aber bereits auf dem Weg ins Tor befindet?); letztlich würde diese Einführung wie damals die zwangsweise der IMHO völlig überflüssigen elektronischen Anzeige-Handtafeln bei Auswechslungen, die immer so theatralisch von der Seitenlinie ins "weite Rund" geschwenkt werden, nur wieder einen bestimmten Industriezweig pampern.

Mein Sommer-Anlage-Tipp: jetzt schon in Aktien von Hublot investieren!

30. Mai 2017

Den Fußball nicht den Arschlöchern überlassen

Nachdem heute im Relegationsrückspiel zwischen 1860 München und Jahn Regensburg schockierend zu bester Sendezeit gezeigt wurde, wie ein Verein sich selbst zerlegt - von innen durch eine größenwahnsinnige und wirklichkeitsfremde Investorenbande, von außen durch Fanatikermeuten mit einem IQ unter 10 - , nachdem live zu sehen war, wie ein Fußballspiel von völlig entgrenzten Idioten für Totalaggro missbraucht wird, die in Mord- und Totschlagversuchen blindlings gegen Freund und Feind sich entlädt; nachdem sich damit auch der Mythos vom wahren, guten und schönen Gegenentwurf zum FC Bayern erledigt hat, kann man nur noch bitten:

Überlasst den Fußball nicht den Arschlöchern!

Das gilt im übrigen für die Welt auch.