9. März 2014

Eins-zu-vier gegen die Krim

Gestern auf B5 aktuell im Radio: es laufen die 17-Uhr-Nachrichten. Es wird allerlei Ungereimtes berichtet von der verworrenen, bedrohlichen, schlimmen Lage in der Ukraine und auf der Krim. Von russischen Besetzern und vorgezogenen Referenden. Noch läuft die Nachricht, frontline news sozusagen, als mittenhinein eine Eilmeldung platzt: "Soeben hat Jean Ribery das eins-zu-vier in Wolfsburg für den FC Bayern geschossen." Danach weiter mit der schlimmen, bedrohlichen, verworrenen Lage in der Ukraine...

Von der Falschbenamung des Torschützen mal abgesehen: Verdrängt jetzt schon ein für die Lebenswirklichkeit völlig belangloses Zwischenergebnis aus einem von Millionen von Fußballspielen das, was unter Umständen zu Verletzten und Toten führen kann bzw. schon geführt hat?

Die Frage ist falsch. Denn offensichtlich ist dieses Zwischenergebnis nicht belanglos. Offensichtlich bedienen die bayerischen Nachrichtenredakteure boulevardesk das, was Das Bayerische Volk an den Lautsprechern hören will - und wie es die Welt sieht. In der ist offensichtlich der FC Bayern das Maß aller Dinge, wichtiger als eine bedrohliche politische Krise, bedrohlich auch für Das Volk, auch wenn alle, einschließlich der es Regierenden, so tun, als sei alles nicht so schlimm.

Der Fußball braucht die Welt, fürwahr; aber braucht die Welt auch den Fußball. Da setze ich mal kein Fragezeichen dahinter.

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